Social Media Guide für Einsteiger

Was macht eine gute Social Media Strategie aus, welche Kanäle gibt es und wie können Sie Ihr Unternehmen erfolgreich platzieren? All diese Antworten und Beispiele finden Sie auf dieser Seite.

Wie viele Menschen fallen Ihnen spontan ein, die nicht über Social Media vernetzt sind? Andersherum: Kaum jemand bleibt vom Einfluss sozialer Medien gänzlich unberührt.

Nicht nur als privates Kommunikationsmittel, sondern auch als Marketing-Instrument für Unternehmen sind Facebook, YouTube & Co. nicht mehr wegzudenken. Aber wie alles auf der Welt hat auch Social Media Marketing seine Vor- und Nachteile.

Was ist Social Media und wie können Unternehmen davon profitieren?

Als „Social Media“ werden Plattformen im Internet bezeichnet, auf denen Menschen miteinander interagieren und sich auf persönlicher Ebene austauschen können. Die bekanntesten (und beliebtesten) Kanäle sind Facebook, YouTube, Instagram und Snapchat.

Dabei ist es gerade die ungezwungene Atmosphäre, die den Charme der beliebten Netzwerke ausmacht. Hier ähnelt Social Media als Marketingkanal dem klassischen Massenmedium Fernsehen. Man könnte sogar behaupten, Social Media löst das Fernsehen (und Kino) als reichweitenstärkstes Publikumsmedium allmählich ab. Denn:

Menschen nutzen Social Media (und TV / Kino) in ihrer Freizeit, haben dabei eine entspannte und positive Grundhaltung und sind dadurch empfänglicher für Werbung und offener dem Unbekanntem gegenüber.

Der ideale Ort also, um Ihre Botschaft an Ihre Zielgruppe zu bringen, sodass sie auch wirklich wahrgenommen wird. Im Gegensatz vielleicht zur arbeitsreichen Büro-Atmosphäre zwischen Deadlines und Aufgabenbergen, in die noch irgendwie Ihre Vertriebspräsentation gequetscht werden muss. Und im schlimmsten Fall ist Ihr Kunde dabei dann nicht einmal richtig anwesend, weil er im Kopf schon die nächsten To Do’s des Tages plant.

Gutes Social Media Marketing mit einer zielgerichteten Social Media Strategie berücksichtigt also genau das: Die Verfassung des Kunden und seine Erwartungen, wenn er die eigenen Botschaften zu sehen bekommt. Auch die Formulierung von adäquaten Zielen und Inhalten gehört dazu. Diese können sich häufig mitunter deutlich von regulären Marketing- und Vertriebszielen oder -inhalten unterscheiden.

Checkliste: Ist Social Media für mich sinnvoll?


Folgende Fragen können bei der Entscheidung helfen:

  • Wird mein Produkt von Endkunden / Privatnutzern genutzt? Oder gehört es zumindest zu einem Thema, das für Privatnutzer interessant ist?
  • Ist meine Zielgruppe media-affin?
  • Habe ich eine klar definierte Zielgruppe, die ich über andere Kanäle nicht gut erreichen kann?
  • Will ich mehr über meine Zielgruppe erfahren?
  • Will ich eine Marke aufbauen und positiv aufladen?
  • Habe ich einen Blog?

 

Der Grundgedanke des guten Vertriebs: „Das Problem meines Kunden lösen“ anstatt: „Dem Kunden erzählen, wie gut mein Produkt ist“ ist in Social Media ungleich stärker ausgeprägt: Eine gute Social Media Strategie holt den Kunden dort ab, wo er ist, und befasst sich ausschließlich mit seiner Welt, seinen Gefühlen, seinen Bedürfnissen. Das Unternehmen als Absender tritt dabei in den Hintergrund und baut eine subtile, tief verwurzelte Beziehung auf. Und die kann sich auf lange Sicht mehr auszahlen als kurzfristiges Verkaufen.

Bonus-Tipp: Social Media sind zwar freundschaftliche, aber tückische Gewässer. Erwägen Sie bei Ihrer Implementierung, zumindest zu Beginn eine professionelle Social Media Agentur oder Beratung an Bord zu holen.

 

Wann Sie Social Media besser nicht selber machen

Wir glauben oft, dass wir etwas, was wir selbst gut kennen, auch selbst gut machen können. Schließlich sind wir ja selbst auch Nutzer von Social Media und als Marketeers auch nicht ganz unbeholfen, was Texten und Zielgruppenansprache angeht. Richtig?

Jein. Ja, weil Social Media unterm Strich auch kein großes Hexenwerk ist, wenn man sich an einige Regeln hält. Aber auch nein, denn: Social Media macht zwar den Anschein von freundschaftlichem Miteinander und „alles-ist-erlaubt“-Mentalität. In der Realität können aber selbst kleinste Ausrutscher zur Katastrophe, nämlich dem berüchtigten Shitstorm führen.

Es gibt unzählige prominente Beispiele, in denen selbst beliebte Stars oder Marken den lautstarken Unmut der User auf sich ziehen, und kaum jemand blieb bisher davon verschont – selbst nicht Pop-Sternchen Ariana Grande oder Modekonzern H&M.

Bevor Sie sich ins Social Media Getümmel stürzen, sollten Sie also zumindest die Strategie und Maßnahmen von einer Social Media Agentur erarbeiten lassen. Im Idealfall übertragen Sie den Experten auch Zugriff auf den Account und lassen ihn die Arbeit übernehmen – zumindest in der Initialphase. Ob Sie sich danach dafür entscheiden, es von nun an selbst zu versuchen oder lieber weiter in den Händen der Profis zu lassen, können Sie immer noch entscheiden.

Falls Sie eine eigene Social Media Strategie aufbauen wollen, haben wir hier Tipps dafür zusammengetragen, in welchen Netzwerken Sie welche Kunden finden und gewinnen können.

Bonus-Tipp: Social Media ist die Welt von Multimedia. Geld, das Sie in gute Fotos und Videos investieren, ist nicht nur doppelt einsetzbar, sondern gibt Ihren Auftritten auch einen echten Boost.

Checkliste: Können wir Social Media In-House abdecken?


Folgende Fragen können bei der Entscheidung helfen:

  • Ist uns der Unterschied zwischen der klassischen PR-Kommunikation und Social Media bewusst?
  • Wie fit sind meine Mitarbeiter in Sachen Social Media?
  • Wie viel Zeit kann und will ich meinen Mitarbeitern für Social Media Marketing einräumen?
  • Können wir eine regelmäßige und qualitative Social Media Betreuung in-House gewährleisten?
  • Können wir konkurrenzfähigen Social Media Content (Fotos/Videos) In-House erstellen?

Warum brauche ich eine Social Media Agentur?

Die Betreuung durch eine Agentur basiert in der Regel auf einem vorherigen Konzept, das wiederum auf einer Analyse beruht. Schließlich müssen Ihre Maßnahmen sowohl zu Ihrem Unternehmens- bzw. Markenbild passen als auch zu Ihrer sonstigen Marketing- und Kommunikationsstrategie. Außerdem werden hier Ziele und grundlegende Strategien definiert, die für ein späteres Controlling wichtig sind.

Aufbauend auf diesem Konzept entwirft die Agentur passende Maßnahmen und idealerweise einen Redaktionsplan, der Ihr beider gemeinsame Arbeitsgrundlage wird.

Von hier an arbeiten Sie und die Agentur gemeinsam den Redaktionsplan ab – aber lassen Sie sich nicht in ein zu enges Korsett schnüren: Ein bisschen nach links und rechts gucken und auch mal etwas abseits vom Pfad posten oder teilen, bringt Würze ins Spiel.

 

Bonus-Tipp: Einige Agenturen lassen Ihnen durch gemeinsames Verwalten die Möglichkeit, selbst auch Postings einzustellen oder vorzubereiten. Sie müssen die Kontrolle also nicht komplett aus der Hand geben.

Facebook, YouTube & Co. – Welche Social Media Kanäle gibt es?

Als „Social Media“ werden Plattformen im Internet bezeichnet, auf denen Menschen miteinander interagieren und sich auf persönlicher Ebene austauschen können. Die bekanntesten (und beliebtesten) Kanäle sind Facebook, YouTube, Instagram und Snapchat, auf denen sich sowohl Unternehmen als auch Privatnutzer aufhalten.

Auch die Karriereplattformen Xing, LinkedIn und Kununu zählen zu den sozialen Netzwerken, wobei hier der Fokus stärker auf das Arbeitsleben als die Freizeit ausgerichtet ist  und die Atmosphäre entsprechend geschäftsmäßiger.

Ein kleiner Überblick über die wichtigsten Netzwerke:

Facebook

Der unangefochtene Platzhirsch in unseren Breitengraden ist Facebook, mit rund 2 Milliarden aktiven Nutzern, von denen 1,3 Milliarden sogar täglich online sind. 70 Millionen Unternehmen sind bereits auf Facebook aktiv.

Facebook bietet aktuell für einen breiten Querschnitt von Unternehmen ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, weil über das punktgenaue Zielgruppen-Targeting selbst komplizierte Zielgruppen erreicht und ungewöhnliche Produkte vermarktet werden können. Außerdem bieten die Posting-Optionen eine gute Mischung aus Text und AV-Medien (Bildern/Videos).

Inhalte können sowohl organisch (kostenlose Reichweite) als auch bezahlt (Werbeanzeigen) geschaltet werden.

Fazit: Facebook eignet sich aufgrund der Vielfalt für die meisten Unternehmen ideal als Einstieg in die sozialen Medien.

Instagram

Instagram ist der kleine Bruder von Facebook und auf AV-Medien (Bilder & kurze Videos) fokussiert. Das Netzwerk verzeichnet aktuell rund 800 Millionen aktive Instagram Nutzer weltweit, davon 15 Millionen in Deutschland.

Besonders beliebte (und erfolgreiche) Themen auf Instagram sind:

  • #Fitness & #Food (inklusive Healthcare, Sport, Body)
  • #Beauty & #People (inklusive Mode, Make-Up, Hairstyling, Models, Photography)
  • #Freizeit (z.B. #games, #books, #travel, #world, #party, #lifestyle)
  • #Decoration & #Home (inklusive Möbel, Dekoration, Architektur)

Um auf Instagram langfristig erfolgreich zu sein, sind hochwertige Fotos und Videos ein Muss, daher ist dieses Medium eher als „fortgeschritten“ zu bezeichnen und sollte in Zusammenarbeit mit einem professionellen Fotografen / einer Filmproduktion bearbeitet werden.

Fazit: Instagram eignet sich aufgrund der notwendigen hochwertigen Fotos eher für Unternehmen mit hohem B2C Bezug und/oder mit Bezug zu oben genannten Themen. Es sollte immer mit professionellen AV-Contentproduzenten gearbeitet werden.

Twitter

Wenn Instagram der kreative Künstler unter den sozialen Netzwerken ist, ist Twitter der intellektuelle Journalist. Eigentlich als Kurznachrichtendienst gestartet, ist Twitter tendenziell kürzer, aktueller und schnelllebiger als Facebook oder Instagram. Im Jahr 2017 hatte Twitter weltweit rund 330 Millionen aktive Nutzer und pro Tag werden rund 500 Millionen Tweets abgesetzt. Mit 140 Textzeichen sollten Inhalte gekonnt auf den Punkt gebracht werden und ggf. auf externe Inhalte verlinken.

Fazit: Twitter eignet sich für kurze und aktuelle Informationen sowie als Kommunikationsmittel mit der Presse. Besonders Unternehmen mit häufigen News und/oder politischen Inhalten profitieren davon, allerdings wird tendenziell weniger emotionale Bindung aufgebaut.

YouTube

YouTube ist als Tochterunternehmen von Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – und mit 1,5 Milliarden aktiven Nutzern auch das zweitgrößte soziale Netzwerk hinter Facebook. Begonnen als eher persönliches User-to-User Medium, ist YouTube heute immer noch stark auf Inhalte mit privatem Charakter ausgerichtet – ähnlich wie Instagram – sowie auf Wissen & Bildung.

Die häufigsten Themen auf YouTube sind (gemessen an der Anzahl hochgeladener Videos):

  • People & Blogs (41%) (inkl. persönlicher Blogs, Beauty, Training, Coaching, etc.)
  • Filmora & Animation + Entertainment (18%) (inkl. Trailer, Weiterbildung, Behind the Scenes, kleine Serienformate, Unterhaltungsvideos)
  • Gaming (14%) (inkl. Lets Play, Walkthrough-Lösungen, Videospiel-Besprechungen)
  • Musik (5%) (Musikvideos & Playlists, private Songwriter)
  • Science, Sport, Politik (zusammen 10%)

Ein eigener Kanal lohnt sich meist nur für Unternehmen, die einen klaren Mehrwert in einer dieser Kategorien bieten und regelmäßig hochwertige Videos produzieren können. Allerdings lohnt sich YouTube sehr gut als Werbeplattform für bezahlte Clips vor oder zwischen den Videos anderer zielgruppenrelevanter Kanäle.

Ein eigener YouTube Kanal lohnt sich nur bedingt für Unternehmen. Allerdings eignen sich kurze, beeindruckende Spots ideal als reichweitenstarke und relativ preiswerte Werbung.

Snapchat

Snapchat ist derzeit das jüngste aller sozialen Netzwerke mit einem Durchschnittsalter der User von 15-24 Jahren und 300 Millionen aktiven Nutzern pro Monat. Von inhaltlicher Ausrichtung und Funktion mit vielen Fotos und Videos ist es mit Instagram zu vergleichen, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass alle Inhalte nur für bestimmte Personen sichtbar sind und nach 24 Stunden wieder verschwinden, weshalb das Medium viel schnelllebiger ist, die Inhalte aber nicht so perfekt sein müssen wie bei Instagram.

Snapchat hat trotz der hohen Verdrängung durch Instagram (das mit der „Instagram Story“ die Hauptfunktion kopiert hat) eine hohe Reichweite bei der jüngsten kaufkräftigen Zielgruppe ab 13 Jahren und eignet sich daher speziell für Unternehmen, die diese Zielgruppen erreichen wollen – z.B. Magazine, Lifestyle-Marken und Unternehmen mit hohem Recruiting-Bedarf.

Fazit: Snapchat eignet sich hauptsächlich für Unternehmen mit einer jungen Zielgruppe. Dieses Netzwerk sollte daher von entsprechend jungen und/oder erfahrenen Social Media Managern betreut werden.

Checkliste: Welcher Social Media Kanal passt zu uns?


Folgende Fragen können bei der Entscheidung helfen:

  • Welche Zielgruppe möchte ich erreichen?
  • Wie verhält sich meine Zielgruppe, was tut sie in sozialen Medien?
  • Wie alt ist meine Zielgruppe?
  • Können wir hochwertigen Audio-/Video-Content erstellen (lassen)?
  • Wollen wir eher Informationen oder Emotionen vermitteln?
  • Was wollen wir mit Sozialen Medien erreichen?

 

Wenn Sie jetzt die ein oder andere Idee haben, wie Sie Ihren Einstieg in Social Media starten können, dann hat sich dieser Artikel schon gelohnt. Abonnieren Sie am besten direkt unseren Newsletter, um zukünftige Blogartikel direkt ins Email-Postfach zu erhalten.

Wir freuen uns, wenn Sie noch weitere Inspiration auf diesem Blog finden, uns weiterempfehlen oder unseren Newsletter abonnieren.

Besuchen Sie uns auch auf unseren Social Media Kanälen:
@PStudios auf Twitter
@pathfinder.studios auf Facebook
@pathfinderstudios auf Instagram

Bis bald!

 


 

Über die Autorin

Tagsüber Filmproduzentin und Medienstrategin, nachts Autorin aus Leidenschaft.

Yvonne Schwalowski studierte Medienmanagement und arbeitete in einer Unternehmensberatung als Social Media Consultant (u.a. für die Evonik Industries AG), bevor sie in die Filmproduktion einstieg, wo sie bisher mehr als 230 Werbefilmprojekte realisiert hat.

Im Jahr 2016 erschien ihr Debütroman in den Ullstein Buchverlagen und wurde direkt auf Platz 7 der besten deutschen Debüts 2016 gewählt.

mehr über Yvonne