Instagram Follower kaufen – Sinnvoll für Unternehmen?

Sollten Unternehmen Instagram Follower kaufen? Welche Risiken Sie unbedingt kennen sollten und was Sie beachten müssen, lesen Sie in diesem Artikel.
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Smartphone mit Instagram Feed vor Laptop

Sollten Unternehmen Instagram Follower kaufen? Mehr Follower bedeuten mehr Reichweite, Aufmerksamkeit und Sogwirkung, was dafür spricht. Aber welche Risiken bergen gekaufte Follower und kann es vielleicht sogar schaden? Lesen Sie hier alle Vorteile und Nachteile zum Thema Instagram Follower kaufen.

Warum Instagram Follower kaufen?

Follower: jeder will sie haben – je mehr, desto besser. Von privaten Nutzern über Influencer bis hin zu Unternehmen, egal ob klein, mittelständig oder groß. Selbst in Zeiten der Qualitäts-Aufklärung und von “Content is King” ist die Anzahl der Follower immer noch quantitativer Haupt-KPI (Key Performance Indikator) für den Erfolg (oder Misserfolg) eines Social Media Auftritts.

Denn auch, wenn wir es ganz oft besser wissen: Evolutionär bedingt sind wir nun einmal darauf programmiert, der Masse zu folgen. Wo die Masse ist, ist Sicherheit – und viele Menschen können doch nicht irren, oder?Werden wir also auf eine Seite aufmerksam, geht der erste Blick – oft auch ganz unbewusst – zur Followerzahl. Ist die Anzahl hoch, folgen auch wir mit höherer Wahrscheinlichkeit. Ist die Anzahl niedrig, überlegen wir es uns vielleicht nochmal oder stellen gar die Professionalität und Qualität des Unternehmens in Frage.

Fakt ist: Ein erfolgreicher Social Media Auftritt hat drei Haupt-KPIs:

  1. Follower Anzahl
  2. Interaktionsrate (Like Anzahl)
  3. Content

Und ja, leider in dieser Reihenfolge. Wobei Sie sich das Ganze als Pyramide vorstellen können – oder besser noch als Eisberg: Ohne guten Content an der Basis werden Sie keine Interaktionen und Follower generieren und das Konstrukt stürzt früher oder später in sich zusammen. Aber die Anzahl der Follower ist leider nun einmal die “berühmte Spitze”, die wir auf den ersten Blick sehen (und bewusst oder unbewusst bewerten).

Smartphone auf Tisch mit Likes und Follower Tags
Likes und Follower auf Social Media Profilen suggerieren Erfolg.

Deswegen stellen sich immer mehr Unternehmen die Frage: Sollten wir Instagram Follower kaufen?

Die moralische und PR-Antwort darauf ist natürlich “Nein”, während der Marketeer oder Betriebswirt in uns fragt: “Warum eigentlich nicht?.” Lassen Sie uns deswegen ganz objektiv die Vorteile und Nachteile davon beleuchten, Social Media Follower zu kaufen – und was Sie als Alternative sonst noch tun können.

Wo kann man Instagram Follower kaufen?

Gehen wir zunächst einmal davon aus, Sie haben sich bereits umfassend informiert und sind fest entschlossen, Follower zu kaufen. Der Kauf funktioniert über zwei Haupt-Tools:

  1. Apps
  2. Webseiten

Bei anderen Artikeln, zum Beispiel unseren Wissensartikeln über Imagefilme, Filmproduktion oder Social Media, verlinken wir an dieser Stelle auf externe Internetseiten. Da ich jedoch nicht hinter dem Follower Kauf stehe, verzichte ich an dieser Stelle darauf.

Bei Apps benötigen Sie zum Follower Kaufen ein Smartphone und müssen die entsprechende(n) App(s) herunterladen. Die Käufe erfolgen über In-App-Bezahlung, von wo aus Sie in der Regel auf eine Bezahlseite geleitet werden und per Kreditkarte bezahlen. Auf Internetseiten können zum Teil mehr Bezahloptionen vorhanden sein.

Finden können Sie die Apps im App Store und die Internetseiten über eine Google Suche (ähnlich der, die Sie eingegeben haben, um diesen Artikel hier zu finden. 😉 ). Achten Sie bei beiden Fällen darauf, dass der Anbieter möglichst seriös ist – oder zumindest so seriös, wie man mit einem Geschäftsmodell im Graubereich eben sein kann … Denn es gibt:

Risiken beim Kauf von Followern

Beim Kauf von Followern gibt es zum Teil beträchtliche Risiken, von denen Unglaubwürdigkeit bei Ihrer Zielgruppe noch die Kleinsten sind. Natürlich, gekaufte Follower haben auch Vorteile, nämlich größere Zahlen neben Ihrem Profilbild, damit mehr augenscheinlicher Erfolg (auf den ersten Blick; mehr dazu weiter unten) und vielleicht mehr Anerkennung vom Chef oder Wettbewerber. Das war’s aber auch schon so ziemlich.

Dem entgegen stehen folgende Risiken: 

  • Unglaubwürdigkeit
  • Imageverlust
  • Viren oder Schadsoftware
  • Kreditkartenbetrug
  • Löschung Ihres Kontos

Moment mal – was?! Ja wirklich. Lassen Sie uns kurz über die Risiken beim Follower Kaufen für Social Media sprechen. Unglaubwürdigkeit und Imageverlust, wenn Ihre Zielgruppe und “echten” Follower dahinter kommen – geschenkt. Das können Sie wieder hinkriegen, sobald Sie wirklich guten Content posten und echte Follower ansammeln.

Aber wie schon erwähnt: Nicht alle Anbieter von Geschäftsmodellen in rechtlicher Grauzone sind wirklich verlässlich – schon gar nicht nach dem Maßstab, den wir Deutsche gerne ansetzen und für den wir im Ausland genauso geschätzt wie belächelt werden.

Wenn schon Apps wie Facebook und Messenger immer wieder von Datenschützern kritisch beäugt werden (Link zu verbraucherzentrale.de), weil sie unser Smartphone ausspionieren könnten, so unterliegen o.g. Apps und Anbieter noch weniger Kontrolle durch öffentliches Interesse wie dem, dem Giganten wie Facebook und Google ausgesetzt sind. Sie wissen also nie, welche Daten die App erhebt und an wen weitergibt. Allgemein gilt: “Kostenlos” gibt es schon lange nicht mehr. “Kostenlos” bedeutet lediglich, dass Sie nicht mit Geld für die Nutzung einer App bezahlen, sondern mit Ihren Nutzer-, Handy- und Werbedaten.

Was passiert nach dem Kauf?

Ein weiteres Risiko: Lassen Sie mich kurz erklären, wie die gekauften Follower den Weg zu Ihrem Profil finden. Indem Sie Ihr Instagram Profil mit der App oder Webseite verknüpfen – inklusive Passwort. Spätestens hier sollte auch derjenige, der sein Passwort nur alle zwei Jahre von “12345” auf “54321” ändert, zumindest einen zweiten Gedanken investieren. Dasselbe gilt natürlich auch für Ihre Bank- oder Kreditkartendaten, die Sie zum Bezahlvorgang benutzen.

Unabhängig davon, was die Apps damit alles in Ihrem Namen tun können, haben Facebook, Instagram und Co. längst auf diese Sicherheitslücke reagiert und sperren Profile, die externe Apps oder Bots benutzen – teilweise ohne Vorwarnung und in jedem Bereich. Wir haben schon erlebt, dass Influencer mit mehreren Hunderttausend Followern gelöscht wurden, aber auch Privatprofile mit wenigen Hundert.

Stellen Sie sich also die Frage: “Ist mir der augenscheinliche Erfolg meiner Seite das Risiko wert?”

Nachteile von gekauften Followern

Aber gehen wir mal davon aus, Sie haben einen seriösen Anbieter gefunden und erfolgreich Follower gekauft. Ihr Smartphone wurde nicht gehackt, Ihre Kreditkartendaten sind noch sicher und Ihr Account gehört noch Ihnen. Ist jetzt der Weg frei für Erfolg, Ruhm und Ehre?

Nicht ganz. Denn selbst nach erfolgreichem Follower Kaufen gibt es noch Nachteile zu beachten:

  • Niedrige (= unglaubwürdige) Interaktionsraten
  • Unseriöse Follower-Profile
  • Verwässerte Zielgruppe

Mein ehrlicher Rat: Treten Sie nochmal zwei Schritte zurück zu Ihrem Ziel, das Sie ursprünglich mit dem Social Media Kanal (Facebook, Instagram oder andere) erreichen wollten. Einfach nur, um “da zu sein”? Dann sind gekaufte Follower definitiv eine Überlegung wert und können nicht schaden.

Aber wenn Sie wirklich Kommunikations- und Marketingziele erreichen wollen, zum Beispiel den Kanal als Recruiting-Plattform benutzen um neue Bewerber zu finden, oder als Zubringer zu Ihrem Webshop, Ihrer Internetseite oder Ihrem Email-Newsletter – was bringen Ihnen dann tote Karteileichen? Das ist, als würden Sie für Ihr nächstes Akquise-Mailing Adresslisten einkaufen, die nur Briefkastenfirmen auf den Seychellen enthalten. 

Denn gekaufte Follower sind zu 95% Fake-Profile, die niemand jemals benutzt.

(Die restlichen 5% sind tatsächlich echte Nutzer, die sich Follower kaufen, indem sie mit ihrem Profil selbst anderen Profilen folgen und dafür Punkte verdienen, mit denen sie ohne Geld bezahlen können.) Aber auch diese Nutzer wollen Sie nicht unbedingt zu Ihren Followern zählen, oder?

Zurück zur Betriebswirtschaft: Gekaufte Follower haben für Sie zwei entscheidende Nachteile, die Sie wirklich Geld kosten. Erstens: Niedrige Interaktionsraten. Darunter versteht man die Relation zwischen Followern und “Likes” pro Beitrag. Je nach Nische, Größe und Aktivität sollte dieser Prozentsatz zwischen 10-20% liegen, jedoch niemals unter 5%. (Wenn Sie also auf Instagram mehr als 1.000 Follower haben und weniger als 50 Likes auf einem Bild, sprechen Analysten von einem unglaubwürdigen Profil.)

Zweitens: Verwässerte Zielgruppe. Facebook (und damit auch Instagram) hat einen der fortschrittlichsten Algorithmen für’s Werbe-Targeting von Zielgruppen entwickelt. Heißt: Sie können Ihre Windel-Werbung tatsächlich nur auf Frauen zwischen 25 und 35 ausspielen, die in den letzten 6 Monaten schwanger waren oder ein Kind geboren haben – oder Ihre Jobausschreibung zum Maschinenbau-Ingenieur auf frische Absolventen mit den Hobbies Lego und Fischer Technik. (Wie gruselig das ist, dass Facebook so etwas über uns weiß, einmal ganz außen vor. Denn als Marketeers können wir diese Daten zu unserem Vorteil nutzen).

Das geht natürlich nur – oder zumindest sehr viel leichter –, wenn Sie eine klar definierte Zielgruppe haben, die nicht nur aus Fake-Profilen besteht.

 

Alternativen zum Follower Kaufen

Sie haben bis hierher durchgehalten, das heißt, Sie sind scheinbar wirklich daran interessiert, ein authentisches Social Media Profil mit nachhaltiger Strategie zum Erfolg aufzubauen. Dann lassen Sie uns darüber sprechen, was Sie für ein erfolgreiches Profil tun können, anstatt Follower zu kaufen.

Likes kaufen

Zugegeben, diesen Punkt nehme ich nur der Vollständigkeit halber auf, denn Likes kaufen ist auch nicht wirklich seriöser. Auch die Risiken sind dieselben (die Apps in der Regel auch), aber wenn Sie schon Follower kaufen, sollten Sie auch an die Interaktionsraten denken und daher zusätzlich in Likes investieren. Jetzt aber zu echten Alternativen: 

Follow for Follow

Eine etwas verpöhnte, aber nach wie vor effektive Art, neue Follower zu gewinnen, ist sogenanntes “Follow for Follow”. Im Prinzip: Sie folgen Profilen und die folgen Ihnen zurück. Das ist vergleichbar mit der guten alten Kaltakquise, nur, dass Sie nicht zum Hörer greifen, sondern auf Ihrem Smartphone Buttons drücken. 

Ich habe schon zahlreiche Unternehmensprofile gesehen, die auf diese Weise binnen kürzester Zeit mehrere Tausend Follower aufbauen konnten, die tatsächlich eine echte interessierte Community wurden. Denn gut gemacht ist Follow for Follow kein negatives Anbiedern, sondern ein garantiert sichtbares “Hallo, hier bin ich” an potenzielle Kunden und eine Einladung, Ihr Profil anzusehen – und vielleicht zu bleiben.

Damit Follow for Follow funktioniert, müssen Sie jedoch auch hier zielgruppengenau denken, genau wie bei einer guten Kaltakquise: Folgen Sie nur Profilen der Nutzer, die zu Ihrer Zielgruppe passen, von denen Sie also glauben oder wissen, dass sie Ihren Content mögen könnten.

Content, Qualität, Persönlichkeit

Erinnern Sie sich an die Pyramide von oben? Guter Content ist die Basis für Wachstum in sozialen Medien, egal ob Facebook, Instagram oder andere Netzwerke. Deswegen sollten Sie zuerst eine gute Social Media Strategie und einen Content Plan erstellen.

Warum Sie guten Content brauchen

Auf Social Media ist es wie im echten Leben auch: Es geht um Beziehungen, und die baut man langfristig durch Authentizität, Persönlichkeit und Verlässlichkeit auf. Deswegen ist guter Content so wichtig. Ihr Social Media Profil soll schließlich Teil Ihres Außenauftritts sein und ist daher Image-Träger.

Eine gute Content Strategie beinhaltet knackige Texte, ästhetische Fotos und kurze Videos. Der Inhalt richtet sich nach Ihren Zielen und Ihrer Unternehmensidentität. Beliebte Themen sind beispielsweise Ihre Produkte oder Anwendungen davon, Mitarbeiterporträts und Schnappschüsse aus dem Alltag, Best Practices und Kundenmeinungen – oder ein Mix aus allem.

 

Fazit: Sollten Unternehmen Follower kaufen?

Die Entscheidung, ob Sie Follower kaufen wollen, können nur Sie selbst treffen. Mein Rat: Tun Sie es nicht, denn es lohnt sich nicht. Gekaufte Follower sind in der Regel tote Accounts, die Ihre Interaktionsraten senken und Ihre Zielgruppe für Werbungsschaltung verwässern.

Ja, die Anzahl der Follower ist nach wie vor ein treibender quantitativer KPI in der Bewertung von Social Media Kanälen. Und ja, es ist schwierig, eine neue Seite wachsen zu lassen. Aber noch schwieriger ist es, eine bestehende Seite von Karteileichen zu säubern und einen Neustart mit gutem Content und einer echten Followerschaft zu beginnen. 

Egal, wofür Sie sich entscheiden: ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Social Media Aktivitäten.

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